Nach dem traditionellen chinesischen Kalender beginnt der Winter am 16. November. Die Mitte des Winters fällt dementsprechend mit der europäischen Wintersonnenwende am 22. Dezember zusammen. Die 18 Tage vor Winterbeginn vom 18. Oktober bis zum 15. November sind die Übergangszeit vom Herbst zum Winter und werden auch bojo genannt.
Während dieser Umstellungsphase ist es besonders wichtig, dem Körper die Gelegenheit zu geben, sich auf die kalte Jahreszeit einzustellen. Der Winter bringt Kälte- Schnee und Eis mit sich, und dies bewirkt einen Rückzug der Lebenskräfte in der Natur. Die Pflanzen speichern nun ihre Essenz im Inneren, in den Wurzeln und Samen. Dort liegt das Potential der Pflanze geschützt, um im Frühling zu neuern Leben zu erwachen.
Eine sinnvolle Ernährung für den Winter und vor allem für Menschen mit einer Kältekonstitution besteht daher in wärmenden Speisen und Getränken. Dies wird erreicht durch den Gebrauch des Feuers. Es können im Winter vorwiegend gekochte Speisen gegessen werden. Längere Kochzeiten, Braten, Backen, Grillen und Rösten bringen mehr Wärme- Energie (Yang) ins Essen.
Wenn im Winter kein Ausgleich durch wärmende Mahlzeiten geschaffen wird, kann dies zu einer Abkühlung der inneren Organe und zu Energiestagnationen führen. Bei jeglicher Abkühlung im Körper wird das Yang der Nieren unterstützt. Durch eine direkte Verbindung des Nieren Yang mit der Milz wird der Verdauungstrakt warmgehalten, und vor allem zu Beginn der Verdauung wird Wärmeenergie bereitgestellt. Daher ist es so wichtig, eine Mahlzeit mit einer warmen Suppe oder einer warmen Vorspeise zu beginnen.
Anstelle großer Mengen von frischem Obst können nun Kompotte, Bratäpfel oder warme Nachspeisen gegessen werden. Für Fleischgerichte oder Kraftbrühen eignen sich im Winter besonders Lamm und Huhn wegen ihrer erwärmenden Eigenschaften. Neben einer erwärmenden Ernährungstherapie können die Nieren zusätzlich von außen durch warme Kleidung und eventuell einen Nierengurt geschützt werden. Die Meridianpunkte Niere 1 unter den Füßen können durch Wollsocken und wärmendes Schuhwerk warmgehalten werden. Bei kalten Füßen am Abend helfen Ingwerfußbäder. Dazu wird frischer Ingwer gerieben, in einen kleinen Baumwollsack gegeben und im heißen Wasser ausgedrückt.